eine Mittelklasse-Limousine für unter 30.000 Euro
BYD legt nach. Mit dem Qin Plus EV bringt der chinesische Konzern seine erfolgreichste Stufenheck-Limousine aus dem Heimatmarkt jetzt offiziell nach Deutschland. Der Marktstart ist für das dritte Quartal 2026 angesetzt, die Preise beginnen bei 29.990 €. Damit unterbietet BYD den VW ID.7 um rund 27.000 € — und macht den Mittelklasse-Stromern eine Ansage, die in der Branche niemand überhören kann.
Der Wagen ist 4,78 Meter lang, basiert auf der e-Platform 3.0 und nutzt wie alle modernen BYD-Modelle die hauseigene Blade-Batterie aus Lithium-Eisenphosphat. Zwei Akku-Varianten stehen zur Wahl: 48 kWh netto mit 510 km WLTP-Reichweite oder 57 kWh netto mit knapp 610 km. Beide Versionen kommen mit Frontantrieb und einem Synchronmotor, der 150 kW (204 PS) leistet. Der Spurt auf 100 km/h ist in 7,3 Sekunden erledigt, Schluss ist bei 185 km/h.
was die Fachpresse bisher sagt
Die ersten europäischen Vorserien-Fahrten sind gelaufen, und der Tenor der Fachpresse fällt überraschend einheitlich aus. Gelobt werden vor allem die Verarbeitungsqualität im Innenraum, das straffer abgestimmte Fahrwerk gegenüber dem Schwestermodell Seal sowie die schnelle Reaktion des Infotainment-Systems mit dem inzwischen bekannten drehbaren 15,6-Zoll-Touchscreen. Kritik gibt es an der DC-Ladeleistung. Mit maximal 115 kW liegt der Qin Plus deutlich hinter dem, was etwa Hyundai oder Kia mit ihrer 800-Volt-Architektur bieten. Von 30 auf 80 Prozent vergehen laut Herstellerangabe rund 25 Minuten — ordentlich, aber kein Spitzenwert.
Auch die Bedienlogik wird in mehreren Tests bemängelt. Zu viele Funktionen wandern in Untermenüs, klassische Tasten gibt es kaum. Wer aus dem deutschen Premium-Segment kommt, muss sich umgewöhnen.
das Preisgefüge sortiert sich neu
Mit dem Einstiegspreis von 29.990 € positioniert BYD den Qin Plus unterhalb fast aller etablierten Mittelklasse-Stromer. Der VW ID.7 startet bei rund 57.000 €, ein Tesla Model 3 in der Basisversion bei 42.990 €, der BMW i4 bei knapp 58.000 €. Selbst der MG 5 Electric, bisher Preisbrecher in der Klasse, wirkt plötzlich nicht mehr ganz so günstig.
Die Top-Ausstattung Design Excellence mit 57-kWh-Akku, Panoramadach, belüfteten Ledersitzen und Heads-up-Display liegt bei 34.490 €. Wer aufs Geld guckt, bekommt also eine vollausgestattete Mittelklasse-Limousine zum Preis eines mittelmäßigen Kompaktwagens.
skepsis bei den Händlern, neugier in der Community
In den deutschen BYD-Foren wird der Qin Plus seit Wochen heiß diskutiert. Viele Interessenten kommen aus dem VW- oder Skoda-Lager und sehen in der Limousine eine Alternative zum eingestampften Passat-Kombi-Erbe. Besitzer der bereits verfügbaren Modelle Seal und Dolphin berichten von solider Software-Pflege, gleichzeitig wird in der Community immer wieder die Frage nach dem Werterhalt gestellt. Chinesische Marken kämpfen hier traditionell mit hohen Abschlägen nach drei Jahren.




